{"id":379,"date":"2015-02-15T19:32:10","date_gmt":"2015-02-15T17:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/?p=379"},"modified":"2015-02-17T12:42:00","modified_gmt":"2015-02-17T10:42:00","slug":"drei-physiognomische-studien-zur-exzentrizitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/?p=379","title":{"rendered":"Drei physiognomische Studien zur Exzentrizit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u03c0\u03c1\u03cc\u03c3\u03c9\u03c0\u03bf\u03bd<\/p>\n<figure id=\"attachment_384\" aria-describedby=\"caption-attachment-384\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/07-018_mattenklott.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-384\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/07-018_mattenklott.jpg\" alt=\"Der Literaturwissenschaftler Gert Mattenklott; Quelle\" width=\"236\" height=\"165\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-384\" class=\"wp-caption-text\">Gert Mattenklott; <a href=\"http:\/\/www.fu-berlin.de\/presse\/informationen\/fup\/2007\/fup_07_018\/07-018_mattenklott.jpg?1307207645\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gert\u00a0Mattenklott konstatierte bereits 1986: &#8222;Die Zeit der Charaktere ist abgelaufen&#8220;. Im engeren, f\u00fcr die Charakterologie, wie im weiteren Sinne, f\u00fcr das Individuum als Zentrum historischer Ver\u00e4nderungen, w\u00e4re jeder Widerspruch unzeitgem\u00e4\u00df. Im Zeitalter funktional differenzierter Sozialsysteme lassen sich keine monolithischen Epizentren der b\u00fcrgerlichen Welt &#8211; keine Helden &#8211; finden. Sogenannte Antihelden, die nicht nur gescheiterte Helden der Wirklichkeit, sondern auch die eigentlichen\u00a0Helden des Unwirklichen sind,\u00a0intervenieren allerdings als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer in einen orientierungslosen Kosmos. Ihr Herrschaftsbereich ist indessen\u00a0nicht der Alltag der Agora, denn hier dominiert die zentripetale Uniformit\u00e4t des Individualismus.\u00a0Was ihnen als Refugium \u00a0geblieben ist, das ist die starke Hypothese dieses Textes, ist die Kunst, deren idealer Ort der fernste Stern gegen\u00fcber der Mitte der Gesellschaft ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte der qualitativen Charakterologie ist alt und stolz, wenngleich sie nur selten\u00a0relevant und nie wissenschaftlich gewesen ist. Ich m\u00f6chte hier zwei thematisch qualifizierte Str\u00f6mungen unterscheiden. Die erste ist die Charakterologie des Gemeinen.\u00a0Sie zu revitalisieren (oder ihr Epigramm aufzusetzen), ist das Anliegen von Mattenklotts &#8222;Blindg\u00e4nger. Physiognomische Essais&#8220;. Ihre Geschichte beginnt mit Aristoteles&#8216; Sch\u00fcler Theophrast, der 30 sich allt\u00e4glich wiederholende Charakterz\u00fcge skizzenhaft definiert, beispielsweise:<\/p>\n<blockquote><p>Die\u00a0\u03b1\u1f50\u03b8\u03ac\u03b4\u03b5\u03b9\u03b1 ist eine Schroffheit des Umgangs im Ausdruck, der\u00a0\u03b1\u1f50\u03b8\u03ac\u03b4\u03b7\u03c2\u00a0aber etwa von solcher Art: 1. Gefragt: &#8222;Wo ist der und der?&#8220;, sagt er: &#8222;Lass mich ungeschoren!&#8220; 2. Wenn ihm ein Gru\u00df geboten wird, erwidert er ihn nicht. 3. Wenn er etwas verkauft, sagt er nicht den K\u00e4ufern, f\u00fcr wieviel er es wohl verkauft, sondern fragt, was er kriege. 4. Wenn ihm welche eine Aufmerksamkeit erweisen wollen und ihm auf die Festtage etwas schicken, sagt er, er h\u00e4tte doch wohl keine Geschenke n\u00f6tig. 5. Er nimmt keine Entschuldigungen an, wenn ihn jemand unabsichtlich beschmutzt oder st\u00f6\u00dft oder tritt. 6. Wenn ein Freund ihn auffordert, zu einer Sammlung beizutragen, sagt er erst, er m\u00f6chte nichts geben, kommt dann sp\u00e4ter damit und sagt, nun sei auch das Geld hin. 7. Wenn er sich auf der Stra\u00dfe st\u00f6\u00dft, ist er im Stande dem Stein zu fluchen. 8. Auf irgend jemand lange zu warten bringt er wohl nicht \u00fcber sich.9. Weder zu singen noch zu deklamieren noch zu tanzen hat er wohl Lust. 10. Ja er ist im Stande, die G\u00f6tter nicht anzurufen (S. 118f).<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_385\" aria-describedby=\"caption-attachment-385\" style=\"width: 213px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/800px-Jean_de_La_Bruy\u00e8re.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-385\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/800px-Jean_de_La_Bruy\u00e8re-774x1024.jpg\" alt=\"Jean de La Bruy\u00e8re; Quelle\" width=\"213\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/800px-Jean_de_La_Bruy\u00e8re-774x1024.jpg 774w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/800px-Jean_de_La_Bruy\u00e8re-226x300.jpg 226w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/800px-Jean_de_La_Bruy\u00e8re.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-385\" class=\"wp-caption-text\">Jean de La Bruy\u00e8re; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean_de_La_Bruy\u00e8re#mediaviewer\/File:Jean_de_La_Bruy%C3%A8re.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der neuzeitliche, zweite Protagonist dieser Charakterologie des Gemeinen ist Jean de La Bruy\u00e8re. Er aktualisiert Theophrasts Ansatz f\u00fcr das 17. Jahrhundert Frankreichs in &#8222;Die Charaktere. Oder die Sitten des Jahrhunderts&#8220; (1688), wendet sich allerdings allgemeineren Betrachtungen\u00a0zu statt einzelne Eigenschaften zu skizzieren:<\/p>\n<blockquote><p>Liebhaberei ist nicht Geschmack f\u00fcr das Gute und Sch\u00f6ne, sie ist eine Sucht nach dem Seltenen, nach dem, was einzig in seiner Art ist, ein Stolz auf das, was man selber hat und andere nicht besitzen. Sie ist keine Vorliebe f\u00fcr das Vollkommene, sondern f\u00fcr Gesuchtes, Modisches. Sie ist kein Zeitvertreib, sondern eine Leidenschaft, und oft eine so heftige Leidenschaft, da\u00df sie hinter Liebe und Ehrgeiz nur in der Bedeutungslosigkeit des Gegenstandes zur\u00fccksteht. Sie ist auch nicht eine Leidenschaft, die man gemeinsam mit allen anderen f\u00fcr beliebte Seltenheiten hat, sondern die man ausschlie\u00dflich f\u00fcr eine bestimmte Sache hegt, die selten und doch Mode ist (S. 325).<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser Charakterologie des Gemeinen gesellt sich zweitens eine Charakterologie des Besonderen, speziell: des Genies. Ihr Vordenker\u00a0war Johann Caspar Lavater, der angeregt durch den\u00a0Kontakt mit zeitgen\u00f6ssischen Geistesgr\u00f6\u00dfen 1775 mit seinen &#8222;Physiognomische[n] Fragmente[n]&#8220; die Vorstellung vorlegte, dass die Gestalt eines Menschen R\u00fcckschl\u00fcsse auf seinen Charakter zulie\u00dfe. So schreibt er:<\/p>\n<blockquote><p>Die zweyte Silhouette &#8211; ist eine zur Schwermuth, und eingezogensten Stille verw\u00f6hnte, unbekannte, sehr g\u00fctige, fromme Seele von gro\u00dfem Verstande, erstaunlicher Empfindlichkeit, und die all&#8216; ihre Kraft zu\u00a0innerem Leiden,\u00a0wie eine d\u00fcrftige Witwe Holz zu flammen, zusammenrafft. Noch nie hab&#8216; ich sie heiter, noch nie &#8211; sich in ihrer unaussprechlichen G\u00fcte f\u00fchlend gesehen. Sehr verschlossen, &#8211; und dennoch die aufrichtigste Seele. O k\u00f6nnte ich ihr Ruh ins Herz &#8211; predigen; denn das ist noch die Sprache, die sie am meisten versteht; am liebsten h\u00f6rt &#8211; So sehr sie ganz Ohr ist: sie h\u00f6rt nur, was wider sie, nicht was f\u00fcr sie ist. Sie w\u00fcrde ihr Leben f\u00fcr den unbekanntesten Menschen aufopfern, und klagt immer \u00fcber Mangel der Liebe. Sie hat kein Leiden, als wenn ihr Anla\u00df und Kraft fehlt, Gutes zu thun &#8211; Sie thut&#8217;s, wo sie&#8217;s kann, und dennoch w\u00e4hnt sie nichts zu thun. Kennte sie mehr die menschliche Natur; h\u00e4tte sie mehr Umgang mit Menschen; &#8211; w\u00fcrde sie St\u00e4rke des Geistes genug haben, zu sehen, da\u00df die alleredelsten Seelen schwach, und die unschuldigsten Menschen &#8211; Menschen sind. Bis aufs Unterkinn halt ich das f\u00fcr ein treffliches Profil. Das Unterkinn zeigt in diesem Gesicht einigen Hang zur Tr\u00e4gheit (S. 122f).<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_386\" aria-describedby=\"caption-attachment-386\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Egon_Friedell.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-386\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Egon_Friedell.jpg\" alt=\"Egon Friedell; Quelle\" width=\"220\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Egon_Friedell.jpg 220w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Egon_Friedell-190x300.jpg 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-386\" class=\"wp-caption-text\">Egon Friedell; <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/9\/90\/Egon_Friedell.jpg\/220px-Egon_Friedell.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend diese Zeilen selbst von tiefer Emfindsamkeit angesichts der F\u00fclle einer lebendigen Gestalt gepr\u00e4gt zu sein scheinen, birgt ihr Ansatz eine gef\u00e4hrliche Verhei\u00dfung. Franz Joseph Gall war es, der die physiognomische Charakterologie als Phrenologie kausal missinterpretierte und Kopfformen notwendig mit psychologischen Eigenschaften assoziierte, um medizinisch\u00a0akkurate\u00a0Vorhersagen zu treffen. Die narrative Charaterologie\u00a0jedoch hat dieser Hypertrophie zum Trotz authentische Erben gefunden.\u00a0Am eindr\u00fccklichsten finden sie sich zum\u00a0Fin de Si\u00e8cle etwa\u00a0in Otto Weininger und Egon Friedell. Letztgenannter schreibt in seiner &#8222;Kulturgeschichte der Neuzeit&#8220; (1931):<\/p>\n<blockquote><p>Obgleich seit dem Erscheinen von Lombrosos &#8222;Genie und Irrsinn&#8220; bereits zwei Menschenalter verflossen sind, so ist doch das gro\u00dfe Aufsehen, das dieses Werk erregte, noch in allgemeiner Erinnerung. Es wird darin, sozusagen an der Hand zahlreicher &#8222;Spezialaufnahmen&#8220;,\u00a0der Nachweis gef\u00fchrt, da\u00df zwischen der Konstitution des genialen und des wahnsinnigen Menschen eine tiefe Verwandtschaft besteht. In der Tat brauchen wir nur einen Blick auf irgendein Gebiet der Geschichte zu werfen, und sogleich werden uns eine gro\u00dfe Anzahl kranker Genies in die Erinnerung treten. Tasso und Poe, Lenau und H\u00f6lderlin, Nietzsche und Maupassant, Hugo Wolf und van Gogh wurden irrsinnig; Julius C\u00e4sar und Napoleon, Paulus und Mohammed waren Epileptiker, wahrscheinlich auch Alexander der Gro\u00dfe und sein Vater Philipp (denn die Epilepsie scheint in dieser Familie heredit\u00e4r, gewisserma\u00dfen die &#8222;Temenidenkrankheit&#8220; gewesen zu sein); Rousseau und Schopenhauer, Strindberg und Altenberg litten an Verfolgungswahn. Auch in F\u00e4llen, wo man es am allerwenigsten erwarten sollte, kommt bei n\u00e4herer Betrachtung irgendein Degenerationsmerkmal zum Vorschein. So gilt zum Beispiel Bismarck in der landl\u00e4ufigen Anschauung als das Urbild eines kraftstrotzenden, kerngesunden Landjunkers, als der Typus gesammelter Kraft und seelischer Widerstandsf\u00e4higkeit. In Wirklichkeit aber war er ein schwerer Neurastheniker, dessen Leben in fortw\u00e4hrenden Krisen verlief, der ungemein leicht in Weinkr\u00e4mpfe verfiel und bei dem sich psychische Alterationen regelm\u00e4\u00dfig in k\u00f6rperliche Krankheitszust\u00e4nde: Migr\u00e4ne, Gesichtsneuralgien, schwere Kopfschmerzen umzusetzen pflegten (S. 68f).<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine menschliche Gestalt hat kein Schicksal, sie schafft es sich. Hierbei handelt es sich um keine Sozialprestige oder eine Rolle in der Gesellschaft, sondern um einen actus purus, ein Ereignis. Ein gro\u00dfer Charakter pr\u00e4gt sich\u00a0seiner\u00a0Epoche ein. In der zeitgen\u00f6ssischen verwalteten Welt jedoch, ist diese Urgewalt unterminiert &#8211; bereits b\u00fcrokratisch kastriert. Erst Wiederg\u00e4nger und Waldg\u00e4nger, die eine unbefriedete Sph\u00e4re betreten, transzendieren die Immanenz\u00a0ihrer br\u00fcsken gesellschaftlichen Position. Sie eint die <em>Exzentrizit\u00e4t<\/em>, die ihnen ins Gesicht geschrieben ist. Drei dieser Antihelden wird hier die Aufmerksamkeit geschenkt &#8211; mit einem Blick auf die Manifestation ihrer Gr\u00f6\u00dfe in ihrem Antlitz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Morrissey &#8211; Abkehr<\/strong><\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_388\" aria-describedby=\"caption-attachment-388\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/morrissey.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-388 size-full\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/morrissey.jpg\" alt=\"Morrissey; Quelle\" width=\"500\" height=\"586\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/morrissey.jpg 500w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/morrissey-255x300.jpg 255w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-388\" class=\"wp-caption-text\">Morrissey; <a href=\"https:\/\/therebelrouser.files.wordpress.com\/2010\/11\/morrissey.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist die Opposition der Pompadour-Frisur zum virilen Kinn, die Morrisseys Anblick bestimmt. W\u00e4hrend diese physiognomischen Eigenschaften allerdings auch Elvis Presley zukommen, ist es die Inkorporation der Melancholie, dem Temperament\u00a0schwarzer\u00a0Galle, in Morrisseys Blick, die die Exzentrizit\u00e4t dieses Musikers begr\u00fcndet.\u00a0Ein typischer Tag im Leben des K\u00fcnstlers, so zitiert es J. K. Rowling, bestehe aus vollkommen gew\u00f6hnlichen T\u00e4tigkeiten, bis zuletzt: &#8222;And then right at the end of this typical day [&#8230;] it&#8217;s back to bed and back to the real world&#8220;. Dies ist die Jenseitigkeit, die Abkehr von und Isolation gegen\u00fcber allem Allzumenschlichen.\u00a0Morrisseys j\u00fcngstes Album &#8222;World Peace Is None Of Your Business&#8220; (2014) treibt seine Geisteshaltung in dem Lied &#8222;I&#8217;m not a man&#8220; auf ihre Spitze. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Wheeler, dealer<br \/>\nMover, shaker<br \/>\nCasanova<br \/>\nBeefaroni<br \/>\nA-ho but lonely<br \/>\nWell if this is what it takes to describe&#8230;<br \/>\nI&#8217;m not a man<br \/>\nI&#8217;m not a man<br \/>\nI&#8217;m something much bigger and better than<br \/>\nA man<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist die existenzielle <em>Abkehr<\/em> von der eigenen Menschlichkeit, die Morrisseys tiefes Gem\u00fct vollzieht. Diese <em>exzentrische Positionalit\u00e4t<\/em>, um einen\u00a0Ausdruck von Helmuth Plessner zu adaptieren, erlaubt es Morrissey, eine lyrische Utopie jenseits etablierte Relevanzsysteme zu imaginieren. Erst mit solcher\u00a0Geisteshaltung f\u00e4llt ein anderes Licht auf den Alltag, dem sich der K\u00fcnstler exzentrisch entzieht. So res\u00fcmiert er: &#8222;Most people have nothing to say, nothing to say. And most people give you the same conversation every single day&#8220;, und nimmt\u00a0dabei auch institutionalisierte Rollen nicht von seiner Anklage der Barbarei des Alltags aus:\u00a0&#8222;You have to be a terrorist in order to be a president&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Francis Bacon &#8211; Abwehr<\/strong><\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_389\" aria-describedby=\"caption-attachment-389\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/bacon_1489916c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-389 size-full\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/bacon_1489916c.jpg\" alt=\"Francis Bacon; Quelle\" width=\"460\" height=\"288\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/bacon_1489916c.jpg 460w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/bacon_1489916c-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-389\" class=\"wp-caption-text\">Francis Bacon;<a href=\"http:\/\/i.telegraph.co.uk\/multimedia\/archive\/01489\/bacon_1489916c.jpg\"> Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Sujet des Malers Francis Bacon\u00a0steht zwischen Mortalit\u00e4t und Morbidit\u00e4t. Und es\u00a0ist die Mimik dieses Exzentrikers, in die sich diese Ph\u00e4nomene eingepr\u00e4gt haben. Seine knochenlos anmutenden Wangen und der\u00a0weiche Mund verraten das abgr\u00fcndige Mysterium dessen, was der Maler mit seinen H\u00e4nden in die Welt zu setzen in der Lage war, nicht. Auch die ungepflegten Haare und die tiefen Augenh\u00f6hlen verbergen das stumme Genie Francis Bacons mehr, als dass es sich in einem Foto einfangen lassen k\u00f6nnte. Erst in der Bewegung der Artikulation entflammt eine inbr\u00fcnstige Glut in seinen\u00a0Augen. Sie ist die eindringlichste Legitimation seiner Kunst selbst, die den menschlichen Leib zu entbergen versucht.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/aFDiemYxuvA\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bacons Werke versuchen die Immanenz desjenigen ins Sichtbare zu ziehen, das zwar stets gegenw\u00e4rtig zu sein scheint, das Antilitz des Menschen, doch &#8211; so beweisen es seine Bilder &#8211; immer unsichtbar bleiben muss. Es handelt sich um eine Ontologie des wilden Seins, die nicht von K\u00f6rpern freier Individuen handelt, sondern vom\u00a0&#8211; hier bietet sich der treffliche Ausdruck Maurice Merleau-Pontys an &#8211; <em>chair<\/em>, dem\u00a0Fleisch. Besonders deutlich wird dieses Anliegen im Kontrast zum Hintergrund in den Werken des Malers. Im Vergleich zwischen Bacons\u00a0&#8222;Crucifixion&#8220; (1965) und Lovis Corinths &#8222;Schlachterladen&#8220; (1897) zeigt sich eindringlich, dass Bacon sein Sujet stilistisch markant von dessen Einbettung abgrenzt, w\u00e4hrend die Morbidit\u00e4t in Corinths Gem\u00e4lde vorrangig durch die Farbintensit\u00e4t\u00a0vermittelt wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_394\" aria-describedby=\"caption-attachment-394\" style=\"width: 420px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Crucifixion_1965.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-394\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Crucifixion_1965.jpg\" alt=\"Crucifixion; Quelle\" width=\"420\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Crucifixion_1965.jpg 335w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Crucifixion_1965-300x134.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-394\" class=\"wp-caption-text\">Crucifixion; <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crucifixion_%28Francis_Bacon,_1965%29#mediaviewer\/File:Crucifixion_1965.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_395\" aria-describedby=\"caption-attachment-395\" style=\"width: 327px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-395\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897-1024x816.jpg\" alt=\"Schlachterladen; Quelle\" width=\"327\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897-1024x816.jpg 1024w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897-300x239.jpg 300w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 327px) 100vw, 327px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-395\" class=\"wp-caption-text\">Schlachterladen; <a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/9\/99\/Lovis_Corinth_Schlachterladen_1897.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich ist es die existenzialistische Geisteshaltung des Malers, die ihm die <em>Abwehr<\/em> einer gemeinhin f\u00fcr gesund gehaltenen Sicht auf das materielle Dasein des Menschen erlaubt: &#8222;My impasse is my life. My impasse is that I&#8217;m an old man, but I&#8217;m profoundly optimistic about nothing&#8220;. So mag sich dem allt\u00e4glichen Verst\u00e4ndnis des Daseins aufdr\u00e4ngen, dass es sich bei dem Leben um nicht mehr\u00a0als\u00a0die triviale Aufgabe handele, funktionale Konzepte \u00fcber dessen\u00a0Beschaffenheit zu erlernen. Bacon jedoch versperrt sich dieser simplizistischen Perspektive und betont in seiner Kunst, dass die offenkundigsten und unmittelbaren Gegenst\u00e4nde wie menschliche Bewegung und\u00a0Physiognomie gro\u00dfe Mythen bergen. Sich dieser Weltsicht zu \u00f6ffnen, hei\u00dft nicht zuletzt auch, den intuitiven Primat geschmackvoller \u00c4sthetik zu \u00fcberwinden:<\/p>\n<blockquote><p>A rose also is very mortal. When you see a rose, this beautiful rose, that in a day or two is dying, its head is falling over and it&#8217;s withered. So, is there a great deal of difference between a rose and my subject matter really?<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Blixa Bargeld &#8211; Absonderung<\/strong><\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_390\" aria-describedby=\"caption-attachment-390\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/blixabargeld_cpetersempel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-390 size-large\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/blixabargeld_cpetersempel-1024x726.jpg\" alt=\"Blixa Bargeld; Quelle\" width=\"474\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/blixabargeld_cpetersempel-1024x726.jpg 1024w, https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/blixabargeld_cpetersempel-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-390\" class=\"wp-caption-text\">Blixa Bargeld; <a href=\"http:\/\/media.kulturklub.net\/809\/de\/0%7B1200%7D\/a\/0\/galerie.html\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blixa Bargeld sind Leid und Kampf ins Gesicht geschrieben. Dabei handelt es sich weder um etwas, das von au\u00dfen an ihn herangetragen wurde, gegen das er sich zu wehren h\u00e4tte, noch um ein inneres Leiden, gegen das er sich immunisieren m\u00fcsste.\u00a0Mit Egon Friedell muss eingesehen werden, dass Gesundheit &#8222;eine Stoffwechselerkrankung&#8220; ist. Blixa Bargeld ist in diesem Sinne\u00a0frei von Krankheit, weil er nicht gesund ist. Es ist der Pathos, an der Gegebenheit der Welt zu wachsen, und keine blo\u00df politische Rebellion, kein devianter Protest. Der Musiker strebt keinem Ziel entgegen, sondern gegen sich selbst. Es ist die Physiognomie seiner Stimme, seiner akustischen Pr\u00e4senz, die ihn aus der Mitte rei\u00dft &#8211; seine Exzentrizit\u00e4t. Im Vortrag legt\u00a0Bargeld die allt\u00e4gliche Architektonik der Sprache als sklavisches Instrument blo\u00df, um sie zu befreien. Sprachgewalt ist keine Frage des Vokabulars oder der Rhetorik, sondern der Demut vor der Sprache als Tr\u00e4ger der Kultur, die am Ende bleibt, wenn der Mensch festgestellt werden soll. Deswegen ist die exzentrische Aufgabe einer authentischen Kunst die aktive, agonale <em>Absonderung<\/em> vom fraglos Etablierten, der Stagnation:<\/p>\n<blockquote><p>Musik ist ein Monstrum, es ist ein unf\u00f6rmiges, riesiges Monstrum. Und man muss nat\u00fcrlich immer betrachten, ob wir jetzt \u00fcber Musik oder Musik [mit langem i] reden. Musik [mit langem i], diese 99%, ist ein gemeines Monster. Dieser eine Prozent ist ein gef\u00e4hrlicher Trichin-Prozent im ganzen Fleisch dieses halben Schweines. Wo diese Trichine sitzt, da wird rundherum an den Zellen herumgemodelt.\u00a0Da \u00e4ndert sich etwas, da ist ein Prozess. [&#8230;] Wenn das so leicht zu benennen w\u00e4re, w\u00e4re es vielleicht gar nicht wert, sich damit weiter zu besch\u00e4ftigen. Ich nehme an, das wird etwas sein, das sich au\u00dferhalb von schon ausgesprochenen S\u00e4tzen bewegt.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0kdLmXRmEec\" width=\"420\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Panoptikum<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine divergente F\u00fclle ist es, die hier zusammengeschaut wurde, keine konvergente Definition des Exzentrischen.\u00a0Dieser Unterschied zwischen einem panoptischen Panorama und einer synoptischen Pointe macht es nicht leichter, beim Namen zu nennen, was die Exzentrizit\u00e4t ausmacht. Hier hilft keine Beschw\u00f6rungsformel:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschwind in Flammen,<br \/>\nSalamander!<br \/>\nRauschend flie\u00dfe zusammen,<br \/>\nUndene!<br \/>\nLeucht in Meteoren \u2013Sch\u00f6ne,<br \/>\nSylphe!<br \/>\nBring h\u00e4usliche H\u00fclfe,<br \/>\nIncubus! Incubus!<br \/>\nTritt hervor und mache den Schlu\u00df! (Faust I)<\/p>\n<\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_420\" aria-describedby=\"caption-attachment-420\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/friedrich-nietzsche-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-420\" src=\"http:\/\/www.das-wilde-sein.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/friedrich-nietzsche-1.jpg\" alt=\"Friedrich Wilhelm Nietzsche; Quelle\" width=\"300\" height=\"250\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-420\" class=\"wp-caption-text\">Friedrich Wilhelm Nietzsche; <a href=\"http:\/\/www.thefamouspeople.com\/profiles\/images\/friedrich-nietzsche-1.jpg\">Quelle<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gr\u00f6\u00dfe der Exzentrizit\u00e4t selbst liegt gleich der ihres Werkes\u00a0&#8222;au\u00dferhalb von schon ausgesprochenen S\u00e4tzen&#8220;. In dieser ephemeren Eigent\u00fcmlichkeit muss der Anhaltspunkt gesucht werden, die\u00a0Exzentrizit\u00e4t zu be- und ergreifen: Die Peripherie ist die Heimstatt des Exzentrikers. Tritt er in anderer sozialer Rolle ins Rampenlicht, spricht er zum Publikum, so ergeht es ihm wie Friedrich Nietzsches Zarathustra, dem das Volk auf dem Markt entgegnet: &#8222;Wir h\u00f6rten nun genug von dem Seilt\u00e4nzer; nun lasst uns ihn auch sehen!&#8220; Kunstproduktion und ihre Rezeption\u00a0sind zwei opponierende Erlebnisweisen. W\u00e4hrend das h\u00f6chste Gl\u00fcck des ersten das Abenteuer ist, in einem sch\u00f6pferischen Akt Sinn in die Welt zu setzen, so ist das niedrigste Gl\u00fcck des zweiten die besinnungslose Unterhaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie der Exzentriker sein Werk in die Welt setzt, so pr\u00e4gt sich dieser Akt zugleich seinem Antlitz ein. Es gibt keine Liste an physiognomischen Eigenschaften, die es zu kompilieren g\u00e4be, um hier Vorhersagen zu treffen &#8211; dies ist der S\u00fcndenfall Franz Joseph Galls gewesen. Es ist der actus purus des Ausbruchs aus der Anonymit\u00e4t, des Ausbruchs aus der Mitte, dem dieser Text gewidmet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u03c0\u03c1\u03cc\u03c3\u03c9\u03c0\u03bf\u03bd Gert\u00a0Mattenklott konstatierte bereits 1986: &#8222;Die Zeit der Charaktere ist abgelaufen&#8220;. Im engeren, f\u00fcr die Charakterologie, wie im weiteren Sinne, f\u00fcr das Individuum als Zentrum historischer Ver\u00e4nderungen, w\u00e4re jeder Widerspruch unzeitgem\u00e4\u00df. Im Zeitalter funktional differenzierter Sozialsysteme lassen sich keine monolithischen Epizentren der b\u00fcrgerlichen Welt &#8211; keine Helden &#8211; finden. Sogenannte Antihelden, die nicht nur gescheiterte &hellip; <a href=\"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/?p=379\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Drei physiognomische Studien zur Exzentrizit\u00e4t<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,7],"tags":[],"class_list":["post-379","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-groesse","category-sinn"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=379"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":423,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/379\/revisions\/423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vigorous-carson.84-19-186-9.plesk.page\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}